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WILMA DIE WIRBELSÄULE

Eine kleine Geschichte, die nachdenklich macht …

Ich bin Wilma Wirbelsäule, die Wirbelsäule von Hans-Gerd.


Seit 41 Jahren stärke ich Hans-Gerd den Rücken.


Ich helfe Hans-Gerd beim Bücken, beim Strecken oder verdrehe alle meine Wirbel für Ihn.


Zur Zeit geht es mir wieder gut.


Aber ich habe einige schwere Jahre hinter mir.


Als Hans-Gerd noch ein kleines Kind war, tobte er regelmäßig mit mir und wir hatten beide noch ein gutes Leben.


Ich wurde so richtig schön in alle Richtungen bewegt.

Meine Muskeln waren so stark wie die dicken Gummizüge eines Expanders und meine Wirbelgelenke freuten sich über die Vielfalt der Bewegungsmöglichkeiten.


Aber schon als Hans-Gerd sein Abitur machte fing das Dilemma an!


Er interessierte sich überwiegend für seine Bücher und büffelte stundenlang für ein gutes Abitur. Damals habe ich ihm ja noch verziehen, weil er regelmäßig mit seinen Freunden Basketball spielte!


Dann fing Hans-Gerd an zu studieren und hing tagelang wie ein begossener Pudel über seinen Büchern und den Papieren.

Noch nicht einmal zum Basketball hat er mich ausgeführt.

Im 10. Semester, als Hans-Gerd seine Examenarbeit schrieb, dachte ich mir „Wilma Wirbelsäule“:

„Sooo geht's nicht mehr weiter!“


Da habe ich die Muskeln mit all meiner Kraft zusammen gezogen um Ihn wach zu rütteln.

Ein wenig hatte es auch gewirkt. Zumindest ließ er sich ab und zu von einer hübschen Physiotherapeutin massieren.


Als Hans-Gerd nach seinem Studium den Job in einer großen Firma antrat, war es um mich geschehen.


Bald schon musste ich feststellen, dass er seine Arbeit und seinen Computer mehr liebte als mich.


Ich hörte nur noch von: Windows, Word und Excel, aber das Wort: „Bewegung“ wurde für Ihn ein Fremdwort.


Da habe ich gedacht, Du musst Hans-Gerd einen Denkzettel verpassen!

Außerdem wollte ich ja auch Eleonore und den beiden Kindern helfen, die bekamen Hans-Gerd kaum noch zu sehen.


Da war mein Tag gekommen: Beim Holzhacken für den Kamin sollte ich nach Jahren wieder funktionieren – Hans-Gerd holte aus – doch ich habe gestreikt!

Plötzlich war er krumm wie ein Hufeisen und sah aus wie der Glöckner von Notre-Dame.


So einen richtigen schönen „Hexenschuss“ habe ich ihm verpasst!


Da hat er seit langer Zeit das erste mal den Namen seiner Frau Eleonore wieder laut gerufen!


Die ganze Nachbarschaft hat es gehört.

Sein Arzt hat sich dafür bei mir mit einer spitzen Nadel bedankt.


Hans-Gerd hatte aber aus dieser Aktion immer nichts gelernt – weiterhin stundenlanges Sitzen im Büro und abends vor dem Fernseher. Er kannte nur noch Aktivitäten im Sitzen.


Elenore war auch sehr traurig, denn so richtig schön war die gemeinsame Zeit mit Hans-Gerd schon lange nicht mehr.


Doch wer mich kennt weiß, dass ich hartnäckig sein kann.


Als Hans-Gerd sich seine neuen Schuhe zubinden wollte und sein kleiner Bierbauch auch noch störte, da habe ich mal richtig zur Attacke geblasen – und es folgte die komplette Palette:


– Arbeitsauszeit mit gelben Schein

– Klinikaufenthalt

– enge Röhre

– Physiotherapie,  Massage


Aber eins kann ich euch sagen: In der anschließenden Reha war ich dem Himmel noch nie so nah und wurde rund um die Uhr verwöhnt!


Physiotherapie und Massage kannte ich ja schon, aber in der Rückenschule sind wir uns seit Jahren das erste Mal wieder näher gekommen.


Hans-Gerd lernte nicht nur wie er sich zu Verhalten hat, sondern auch wie angenehm das Loslassen bei den verschiedensten Entspannungs- und Wahrnehmungsübungen sein kann.


Zu Hause wollten wir mit Elenore wieder Joggen gehen, 

doch dazu hatte er scheinbar noch zu viel Pfunde an mir hängen.


Gut, dass es von der Krankenkasse das Angebot gab einen Nordic-Walking Kurs unter fachmännischer Anleitung zu erlernen, um die Technik gut umsetzen zu können.


Nun gehen wir regelmäßig mit Elenore im kleinen Stadtwäldchen zu Hause direkt um die Ecke Nordic-Walken.


Ehrlich gesagt muss ich heute manchmal aufpassen, dass Hans-Gerd es nicht übertreibt.

Er stellt sich jeden Tag auf die Waage und will sein Gewicht halten.


Heute frage ich mich, warum ich erst so sauer sein musste?

Eigentlich weiß doch jedes kleine Kind:


„Bewegung gehört zum Leben!“